Karneval in Deutschland und im Ausland – die Unterschiede und Bräuche

Verschiedene Länder, verschiedene Bräuche! So heißt unsere neue Blogreihe für Euch.

Von nun an möchten wir Euch auf unserem Blog regelmäßig im Rahmen verschiedener Feste über die häufig von Land zu Land unterschiedlichen Bräuche und Historie in Bezug auf diese aufklären.

Neugierig? Den Anfang macht – wie soll es in diesen Tagen auch anders sein – der Karneval.

Eure Herausforderung an uns: über welche andere Feste möchtet Ihr von uns erfahren. Wir freuen uns darauf!

Venezianische MaskenZunächst muss man allerdings anmerken, dass selbst in Deutschland die Bedeutung und die Art des Feierns von Region zu Region variieren. Das erkennt man bereits am Namen, denn während im Rheinland die „fünfte Jahreszeit“ als „Karneval“ bezeichnet wird, ist in Süddeutschland eher „Fasching“ bzw. in Hessen oder Rheinland-Pfalz „Fastnacht“ gängig. Und wie nennt Ihr die „fünfte Jahreszeit“ in Eurer Region?

In den Karnevals-Hochburgen Köln und Düsseldorf unterscheiden sich zudem die Rufe zur Faschingszeit. Kölner schreien zu dieser Zeit „Alaaf“ und ihre ihnen gegenüber nicht nur zur Faschingszeit ablehnend eingestellten Landeshauptstädter „Helau“. Das Rheinland ist übrigens auch die Region in Deutschland, die am karnevalsbegeisterten ist und die die Festtage vom „unsinnigen Donnerstag“ bis zum Faschingsdienstag am intensivsten feiert.

Venedig als europäische Hauptstadt des Karnevals

Venezianische KarnevalkostümeAber natürlich gibt es auch international einige Städte, die berühmt für ihre Bräuche und Feierlichkeiten an Fastnacht sind. In Europa zählt dazu vor allem die Stadt Venedig, die auf eine lange Faschingstradition zurückblickt. Bereits im Jahre 1094 wurde urkundlichen Erwähnungen zu Folge in der Stadt mit den über 100 Inseln zum ersten Mal Karneval gefeiert. Im 13. Jahrhundert wurden im Rahmen der Feierlichkeiten erstmals Masken getragen, welche ca. 500 Jahre später ihre Hochzeit erreichten. Anschließend wurde Fastnacht in Venedig durch den Verlust der Selbstständigkeit der Republik zwischenzeitlich sogar verboten, ehe es im 19. und 20. Jahrhundert wieder bedeutsamer wurde.

Heutzutage zählt die Stadt an der Adria zu den wichtigsten internationalen Karnevalszentren und ein Besuch des Faschingstreibens in der venezianischen Lagune ist absolut empfehlenswert. Typisch für den Karneval in Venedigsind der Karnevalumzug mit geschmückten Gondeln, die Festa delle Marie, der Wettbewerb für das schönste Karnevalkustüm, der Engelsflug über den Platz San Marco. Analog zu den deutschen Krapfen gibt es in Venedig die leckeren Frittelle! Die beigefügten Bilder sind ja eigentlich Grund genug, nächstes Jahr eine Reise nach Venedig zu unternehmen, oder?

Rio de Janeiro – das Zentrum des südamerikanischen Faschings

Eine weitere internationale Fastnachts-Hochburg ist die brasilianische Metropole Rio de Janeiro an der Copacabana. Wer kennt sie denn nicht? Die diesjährige Olympia-Stadt ist weltweit bekannt für ihre bunten, ausgefallenen und schön anzusehenden Umzüge, die zu den Hauptattraktionen Rios zählen. In deren Rahmen messen sich die Sambaschulen der Stadt in richtigen Wettbewerben und versuchen die Jury, die die Auftritte bewertet, zu überzeugen.

Wusstet Ihr, dass es sogar ein Ligensystem gibt mit der Möglichkeit, auf- und abzusteigen? Jeweils 6 Sambaschulen sorgen am Faschingssonntag und –montag mit bis zu 5.000 Teilnehmern pro Schule für ein riesiges Event, das sich an beiden Abenden von 21 Uhr bis in den Morgengrauen des nächsten Tages zieht. Klingt wirklich unglaublich, wie viel Aufwand die Brasilianer betreiben, um „ihr“ Fest gebührend zu feiern, oder was meint Ihr?

Und welcher Faschingstyp seid Ihr – Deutschland, Venedig oder Rio?